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05 | 2017


Newsletter Stiftsbezirk St.Gallen

 

Randnotiz


Ausstellungseröffnung

  Am Dienstag, 28. November, eröffnet die Stiftsbibliothek ihre Winterausstellung „Barockes Universum – Religion und Geist in der Fürstabtei St.Gallen“. Die Stiftsbibliothek zeichnet das geistige und religiöse Leben der Fürstabtei St.Gallen im 17. und 18. Jahrhundert nach: Die rege Bautätigkeit im Stiftsbezirk oder die sinnenfreudige Festkultur kommen ebenso zur Sprache wie die wissenschaftliche Erforschung der Handschriftenschätze der Bibliothek.

Eine Sondervitrine zum Reformationsjubiläum zeigt zudem wichtige Zeugnisse zur Geschichte der deutschen Bibel.

Einladung zur Ausstellungseröffnung

Die Kathedrale St.Gallen

  Die Kathedrale und die Stiftsbibliothek St.Gallen gehören zu den schönsten Baudenkmälern des Spätbarocks. Beide feiern 2017 das 250. Jahr ihrer Fertigstellung.

Aus Anlass dieses Jubiläums hat der Kunsthistoriker Josef Grünenfelder ein neues Buch zur ehemaligen Klosterkirche, der Kathedrale, verfasst und zusammengestellt. Verschiedene neue und ältere Fachartikel über diesen monumentalen Sakralbau und dessen künstlerisch herausragende Ausstattung sind zu einem reich bebilderten Band vereinigt.

Die Buchvernissage der neuen Publikation über die St.Galler Kathedrale findet gemeinsam mit der Ausstellungseröffnung der Stiftsbibliothek im Chor der Kathedrale statt.

Einladung zur Buchvernissage

Abendmusik im Advent

  Domorganist Willibald Guggenmos hat im Jahre 2004 die Reihe «Abendmusik im Advent» ins Leben gerufen. Diese Veranstaltungen, die mittlerweile eine sehr grosse Zuhörerschaft gefunden haben, sind in der hektischen Adventszeit wertvolle Momente der Ruhe, der Meditation und des Verweilens.

Sie finden in der Adventszeit jeden Montag um 18.30 Uhr in der Kathedrale statt, erstmals am 4. Dezember. Der Eintritt ist frei und es wird keine Kollekte erhoben.

Detailprogramm

Weltdokumentenerbe

  Das schriftliche Erbe des Klosters St.Gallen, das in Stiftsarchiv und Stiftsbibliothek aufbewahrt wird, wurde Ende Oktober 2017 offiziell in die Liste des «Memory of the World» aufgenommen. Damit erhält der Stiftsbezirk St.Gallen nach dem Weltkulturerbe-Label die zweite hochkarätige Auszeichnung der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO).

In St.Gallen ist es gelungen, einen wesentlichen Teil der Überlieferung, die bis in die Gründungszeit des Klosters im frühen 8. Jahrhundert zurückreicht, an Ort und Stelle zu erhalten. Die St.Galler Überlieferung zeigt exemplarisch, welch zentralen Beitrag die Klöster zur Entwicklung Europas geleistet haben.

Informationen zum Weltdokumentenerbe

Stibi   Weltkulturerbe



Die neue Klosterkirche 1780: Vom richtigsten Geschmack? Finster und melancholisch?

Ende 1767, vor 250 Jahren, war die neue Klosterkirche fertiggestellt. Bald schon gab’s erste Reaktionen auf den Neubau, in privaten Aufzeichnungen wie in offiziellen gedruckten Reiseführern. Den einen gefiel sie, den anderen gar nicht.

Christian Gottlieb Schmidt schwärmte in seinem Reisejournal von 1786 in höchsten Tönen: … und insbesondere ist die neue Klosterkirche im schönsten richtigsten Geschmack gebauet. Gemäss der historisch-geographischen Beschreibung der Schweiz von 1782/83 würde die neue St.Galler Kirche gar mit den schönsten Kirchen in der Eydgenosschaft um den Vorzug streiten.

Ganz anders dagegen das 1786 erschienene Reisehandbuch von Alexandre-Charles Besson «Manuel pour les curieux qui voyagent en Suisse». Die Klosterkirche sei von einem schlechten goût d’architecture [Architekturgeschmack], der Dekor wahllos aneinandergereiht. Ihr fehle, so ein Beitrag in dem in Zürich erschienenen Helvetischen Kalender von 1791, das Erhabene, welches sonst auch ein gefühlvoller Protestant in grossen catholischen Kirchen gewahr werde.

Kritik an der Ausstattung übten sogar zwei süddeutsche Benediktinermönche. Für Placidus Calligari aus Neresheim arbeitete der Pinsel von Joseph Wannenmacher bei den Deckengemälden eben nicht am glücklichsten, und für Konstantin Stampfer aus Salzburg machte das heute vielbewunderte Kuppelgemälde, das eigentlich die himmlische Herrlichkeit darstellen sollte, mit seinen dunklen Farben die ganze Kirche finster und melancholisch.

Über Stilfragen und Geschmäcker lässt sich unendlich streiten, damals wie heute …



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