Wenn diese Nachricht nicht korrekt angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.

03 | 2017


Newsletter Stiftsbezirk St.Gallen

 

Randnotiz


Rheinregulierung im Staatsarchiv

  Die Internationale Rheinregulierung (IRR) feiert 2017 gemeinsam mit dem Staatsarchiv St.Gallen ihr 125 Jahre-Jubiläum. Aus diesem Anlass präsentiert das Staatsarchiv historische Karten und Pläne sowie weitere Dokumente, die aufzeigen, welche Bemühungen von Behörden und Bevölkerung bei der "Zähmung" des Rheins notwendig waren. Am internationalen Archivtag am 9. Juni 2017 führen erfahrene Mitarbeitende ab 18.00 bis 22.00 Uhr jeweils zur vollen Stunde durch die kleine Ausstellung.

Weitere Informationen sind auf der Webseite des Staatsarchivs zu finden.

Zweiter St.Galler UNESCO-Welterbetag

  Zum zweiten Mal findet im Stiftsbezirk St.Gallen der UNESCO-Welterbetag statt. Der Verein Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen veranstaltet an diesem Tag verschiedene Führungen zum Thema „Barockes Weltkulturerbe“.

Nach einem musikalischen Auftakt um 12.45 Uhr mit den Turmbläsern können Sie sich ab 13.00 Uhr auf individuellen Führungen vor Ort über das Welterbe informieren. Eine kleine Festwirtschaft befindet sich bei der Schutzengelkapelle und ist ab 12.00 Uhr geöffnet.

Sonntag, 11. Juni
12.45 bis 16.00 Uhr

Detailprogramm mit allen Führungen

Notker Balbulus Sequenzen

  Die Sequenzen des St.Galler Mönchs und Dichters Notker Balbulus († 912) gehören zu den Schätzen des Mittelalters. Notker erweiterte die Messliturgie um erhabene melodische Dichtungen, die sich mit seinem liber ymnorum weiträumig verbreiteten.

In Zusammenarbeit mit der St.Galler Choral Stiftung gibt die Stiftsbibliothek zwanzig der schönsten Sequenzen Notkers heraus, eingerichtet und eingeleitet von Prof. Dr. Stefan Morent, Tübingen, und mit Übersetzungen von Franziska Schnoor und Clemens Müller.

Musikalische Feier und Buchpräsentation
Sonntag, 11. Juni, 17.30 Uhr, im Chor der Kathedrale
Einladung

Stibi   Weltkulturerbe



1939 bis 1942: Stiftsbibliothek und Stiftsarchiv evakuieren ihre Schätze

Die politische Situation in Europa spitzte sich seit der Machtübernahme von Adolf Hitler 1933 derart zu, dass der Bund allen Besitzern von wertvollen Kulturgütern bereits 1936 riet, diese in bombensicheren Räumlichkeiten unterzubringen. Die grenznahen Institutionen suchten dabei nach Möglichkeiten, ihre Schätze ins Hinterland, ins Alpenreduit, zu verlegen. Die Hüter der Schätze von Stiftsbibliothek und Stiftsarchiv St. Gallen, Joseph Müller und Paul Staerkle, fragten im Kloster Engelberg nach einer möglichst feuer- und bombensicheren Zufluchtsstätte und bereiteten nach dem „Ja“ die wichtigsten Schätze für eine Evakuierung vor. „Heute habe ich drei Kisten für die Flucht bereit gemacht“, schrieb Paul Staerkle lateinisch in sein Tagebuch. Am 26. August 1939, eine Woche vor Kriegsausbruch, fuhr ein Camion aus St. Gallen mit den wertvollsten Handschriften und Archivalien und Teilen des Domschatzes nach Engelberg. 26 Kisten stammten aus der Stiftsbibliothek. In den weitläufigen Räumen des wegen der gut zu überwachenden Zufahrtswege ideal gelegenen Klosters Engelberg waren die Kulturgüter aus St. Gallen nicht alleine. Renommierte Institutionen wie die Universitätsbibliothek Basel, die Graphische Sammlung der ETH, das Schweizerische Landesmuseum und die Zentralbibliothek Zürich brachten ihre Kostbarkeiten ebenfalls dorthin, wo sie nachts von bewaffneten Patrouillen von jungen Engelberger Mönchen und Laienbrüdern bewacht wurden. Im Oktober 1942 kehrten die Schätze unversehrt in die Gallusstadt zurück.



Sollten Sie zukünftig keine weiteren Newsletter von der Stiftsbibliothek St.Gallen wünschen, klicken Sie bitte hier.